Die Esche

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Der Baum

 

Eschen sind Lichtbäume. Ihre Krone läßt das Licht im Bestand zwischen den Zweigen bis auf den Waldboden dringen. So gibt es in Eschenwäldern günstigere Voraussetzungen für die Bodenflora als in unseren im Sommer tiefschattigen Buchenwäldern. Zudem treibt die Esche spät aus, so daß der Lichtgenuss bis tief in den Mai hinein hoch bleibt.

Lebensraum der Esche

In den Auwäldern ist von Natur aus ihr Hauptverbreitungsgebiet zu suchen. Dort ist sie mit Ulmen und Eichen vergesellschaftet. Eschen wachsen gut auf feuchten nährstoffreichen Böden. Aber auch in den Mittelgebirgen findet man sie in den Ahorn-Eschen-Schluchtwäldern oder in den Bachrinnen. Nässe im Boden stört sie nicht im geringsten, wenn das Wasser nicht stagniert, sondern sich im Boden bewegt und die Wurzeln nicht unter Mangel an Sauerstoff leiden. Die Esche bringt es aber auch fertig, auf trockenen Kalkböden zu gedeihen.

Im dichten Bestand findet man nicht die großartigen knorrigen breitkronigen Eschen mit tief angesetzter starkästiger Krone , die uns als Muster der "Weltenesche Yggdrasil" aus der germanischen Mythologie vorschweben. Sie ist einer der schönsten unserer Laubbäume. Ihre großen Fiederblätter machen sie auffallend. Fiederblätter gibt es bei einheimischen Holzgewächsen selten. Eine Seltsamkeit dieser Blätter ist das Beibehalten der Grünfärbung beim herbstlichen Laubfall. Unsere Esche ist nicht mit der Eberesche (auch Vogelbeere - Sorbus aucuparia-genannt) zu verwechseln, ob wohl auch diese Fiederblätter besitzt.

Andere Gattungen der Esche

Die Esche ist die einzige Art der Gattung Fraxinus, die die Alpen nach der Eiszeit hat überqueren können. Ostasien, Nordamerika und die Mittelmeerländer sind die Heimat verwandter Arten. Der Baum wird bis zu 40 m hoch. Dafür ist er durch eine Pfahlwurzel tief im Boden verankert. Starke in die Weite streichende Seitenwurzeln tragen zur Stabilität bei. Selten wird man vom Sturm geworfene Eschen sehen.

Das Holz

Die Esche gehört wie die Rotbuche zu den Kernholzbäumen mit unregelmäßiger (fakultativer) Farbkernbildung bzw. Falschkernbildung. Entsprechend sind Splint- und Kernholz teils gleichfarbig, teils farblich unterschieden. Im Splint- und Kernbereich gleichfarbiges Holz ist von heller, weißlicher bis gelblicher Farbe, zuweilen mit einem schwachen ins Rötliche gehenden Ton. Farbkerniges Holz, der sogenannte Braunkern der Esche, entsteht meist im höheren Alter von 60 bis 80 Jahren, seltener auch schon früher ab etwa 40 Jahren. Farbkerniges Holz ist von hellbrauner bis dunkel- oder schokoladebrauner Färbung und infolge unterschiedlich getönter Zonen häufig unregelmäßig streifig, fleckig oder wolkig gezeichnet. Eine besondere Variante des Braunkerns stellt der Oliv kern dar. Oliveschen, wie sie in Anlehnung an das ähnlich farbgezeichnete Holz des Oliven- oder Ölbaumes (Olea europaea L.) bezeichnet werden, kommen vor allem auf kalkreichen Standorten in schmalringigen Eschen hohen Alters vor.